VORTRAG:  PERSÖNLICHE  SICHERHEIT  FÜR  SENIOREN
Auf Einladung der KAB-Vilshofen referierte Reinhard Lerch, freiberuflicher Sicherheitsberater aus Vilshofen.
Eine weitere Masche ist es die Wohnung in amtlicher Eigenschaft oder mit behördlicher Befugnis aufsuchen zu müssen - z. B. als Polizei- oder Kriminalbeamter, Mitarbeiter der Stadtwerke, der Hausverwaltung, sogar der Kirche, Sozialeinrichtungen, Handwerker aller Art, Postzusteller… - der Einfallsreichtum ist schier unglaublich. Im Zweifel sollte man auf einen späteren Zeitpunkt verweisen und eine Person des Vertrauens hinzuziehen.
Eine besonders hinterhältige Betrugsform ist der sogenannte „Enkeltrick“.
Die Betrüger melden sich am Telefon und geben sich als Verwandte, Enkel oder gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund werden ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht.
Reinhard Lerch rät in seinem Vortrag zu einem gesunden Misstrauen:
· Keine Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preisgeben
· Kein Geld an unbekannte Personen übergeben
· War der Anrufer wirklich ein Verwandter? Abklärung des Sachverhaltes durch Rückruf der jeweiligen Person
· Telefongespräch sofort beenden, sobald der Gesprächspartner Geld fordert
· Sofort die Polizei informieren, wenn ein Anruf verdächtig vorkommt
· Sofort Anzeige bei der Polizei erstatten, wenn man selbst Opfer eines Betruges wurde
Fallbeispiele aus der regionalen Tagespresse rundeten den Vortrag ab und zeigten die Aktualität des Themas.
Es folgte eine lebhafte Diskussion mit den interessierten Besuchern.
In seinem Schlusswort dankte der KAB-Vorsitzende Helmut Gebert dem Referenten für seinen exzellenten Vortrag.
Eines vorab: Ältere Menschen in Deutschland sind erfreulicherweise insgesamt viel seltener von Kriminalität betroffen als jüngere. Senioren verhalten sich zumeist umsichtig und leben entsprechend sicher.
Dennoch gibt es Bereiche und Situationen, in denen auch ältere Menschen Risiken ausgesetzt sind und zwar dort, wo sie so etwas gar nicht erwarten: An der Haus- oder Wohnungstür, in der eigenen Wohnung und auch am Telefon.
Manche Täter versuchen durch Tricks und Täuschungen an das Vermögen älterer Menschen zu gelangen:
Sie klingeln an der Haustür und geben sich als jemand anderes aus.
Ihr Ziel ist es meistens, unter Vorwand in die Wohnung zu gelangen, um dort Bargeld oder Schmuck zu entwenden. Andere melden sich am Telefon und geben sich als naher Verwandter aus, der in Not ist und dringend Geld benötigt.
Die oftmals schauspielerisch begabten Diebe und Betrüger verwenden im Grunde nur ganz wenige Tricks zu denen sie sich aber immer neue Varianten einfallen lassen. In seinem beeindruckenden Vortrag zeigte der Referent die wichtigsten Tricks, Lügen und Täuschungsmanöver auf.
Denn: Nur wer Bescheid weiß, kann sich wehren.
Vortäuschen einer Notlage - wenn Fremde um Hilfe bitten z. B. „Kann ich ein Glas Wasser haben, ich muss eine Tablette nehmen, kann ich in Ihre Küche kommen?“ - „Haben Sie Papier und Bleistift, ich muss dem Nachbar eine Nachricht hinterlassen…“  - Ich muss schnell telefonieren, ich brauche einen Arzt….“
Die Varianten sind vielfältig. Grundsätzlich ist man verpflichtet Hilfe zu leisten - aber man muss und sollte keine fremde Person in sein/e Wohnung/Haus lassen. Es reicht aus, selbst - bei verschlossener Wohnungstüre bzw. vorgehängter Türkette - den Notruf zu verständigen, ein Glas Wasser durch zu reichen…

KAB - Ortsverband Vilshofen an der Donau